Funknetze im militärischen Flugfunk der DDR

Nur zur geschichtlichen Information, nicht zur Navigation oder zum Fliegen verwenden!

Typische Kanäle eines Jagdgeschwaders:

FunknetzBezeichnungFrequenzErläuterungen
01Einheitliches Start- und Landefunknetz124,000
021. Leitfunknetz (Geschwaderfunknetz)Leitung durch FuTK des JG
031. Funknetz ZW (international)130,750
04Peilfunknetz (international)130,000
05Einheitliches Funknetz des ZGS128,500
062. Leitfunknetz (Geschwaderfunknetz)Leitung durch FuTK des JG
07Start- und Landefunknetz (Geschwaderfunknetz)Flugleiter, Landeleiter
081. Funknetz ZW der Fliegerkräfte NVAReserve für FuN 12
092. Funknetz ZW der Fliegerkräfte NVA
10Leitfunknetz JLST (Verbandsfunknetz)Leitung durch JLST
11Leitfunknetz JLST (Verbandsfunknetz)Leitung durch JLST
12Funknetz taktisches Luftaufklärung129,250
132. Funknetz des ZW (international)130.250Reserve für FuN 03
14Leitfunknetz JLSTLeitung durch JLST
15Leitfunknetz JLST (Verbandsfunknetz)Leitung durch JLST
163. Funknetz ZW der Fliegerkräfte NVA (Verbandsfunknetz)in Westrichtung
17Leitfunknetz Reserve LVD (Verbandsfunknetz)auf Anforderung
181. Leitfunknetz WP 1. LVD134,500
191. Leitfunknetz WP 3. LVDReserve für FuN 13
20Internationales Notfunknetz121,500
21Funknetz zur Führung über Funkfeuer
22Funknetz zur Abstimmung Lasur
231. Funknetz Lasur 1. LVD
242. Funknetz Lasur 3. LVD
43Funknetz für Kernstrahlungsaufklärung

Abkürzungen

FuNFunknetz
FuTKFunktechnische Kompanie
JGJagdgeschwader
JLSTJägerleitstelle
LVDLuftverteidigungsdivision
ZWZusammenwirken
ZGSZentraler Gefechtsstand

Erläuterungen

Die Gestaltung der Funknetze war offenbar stark geprägt durch die beschränkten Möglichkeiten der eingesetzten Flugfunkgeräte. Über lange Zeit waren Jagdflugzeuge mit Geräten ausgestattet, die nur das Schalten von 20 über Quarze fest vordefinierten Frequenzen erlaubten. Hier waren dann die Kanäle des eigenen Flugplatzes (K-7, K-2 und K-6) sowie zahlreiche übergreifende Funknetze eingestellt.

Das Funknetz 1 ("Kanal 1") auf der Frequenz 124,0 MHz war das "Einheitliche Start- und Landefunknetz". Es wurde auf praktisch jedem Flugplatz und jedem Gefechtsstand im Warschauer Pakt empfangen. Über diesen Kanal wurde der Flugfunk beim Anflug fremder Flugplätze geführt.

Auf den Funknetzen 2 und 6 ("Kanal 2" und "Kanal 6") arbeitete in der Regel die dem Geschwader zugeordnete Jägerleitstelle.

Das Funknetz 4 auf 130,0 MHz ("Kanal 4") war die einheitliche Frequenz für alle Peiler im Warschauer Pakt. Hier konnte der Pilot den auf vielen Flugplätzen vorhandene Peiler rufen, um Richtungsangaben anzufordern und sie zur Navigation zu nutzen. Der Peiler wurde regelmäßig beim Wetterflug überprüft.

Das Funknetz 7 ("Kanal 7") war die Arbeitsfrequenz des Flugleiters. Jeder Flugplatz hatte eine individuelle Frequenz für das FuN-7.

Die Flugfunknetze wurden als "Kanal" angesprochen. Die festgelegte Phrase für einen Frequenzwechsel war "Überfahrt" (deutsch) bzw. "Bugsier" (russisch), z.B. "Überfahrt Kanal 7"

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