Anklam: Flugplatz

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Koordinaten: N534958 E0134009 (WGS84) Google Maps

Lage Ort

Ehemalige DDR, Bezirk Neubrandenburg;
heute Bundesland Mecklenburg-Vorpommern.
Deutschland im Kalten Krieg
Karte

Im Zweiten Weltkrieg

Nutzung

Fliegerhorst der Luftwaffe.

Situation

Der Fliegerhorst Anklam im Zweiten Weltkrieg auf einer US-Karte aus dem Jahr 1943 - (McMaster University Library Digital Archive, Lizenz: Creative Commons Attribution-NonCommercial 2.5 CC BY-NC 2.5 CA /MULDA/)

Übersicht

Der ehemalige Fliegerhorst Anklam auf einer US-Karte aus dem Jahr 1952 (zusammengesetzt aus zwei Blättern) - (AMS M841 GSGS 4414, Courtesy Harold B. Lee Library, Brigham Young University /BYU/)

Im Kalten Krieg

1940er Jahre

Historie

CIA-Status November 1947

Der Flugplatz bei Anklam wurde komplett demontiert

CIA-Bericht aus dem Jahr 1949

Ein Bahnreisender berichte: Mehrere Umsiedler, die bisher den Landeplatz des Flugplatzes Anklam (N 54/U 99) bewirtschafteten, mussten ihre Höfe verlassen, weil der Flugplatz wieder aufgebaut wird.
Bemerkung: Dieser Bericht wurde nicht bestätigt.
Quelle: CIA

1950er Jahre

Übersicht

Skizze angefertigt für die CIA, vermutlich 1950er Jahre - Quelle: CIA
1Landeplatz
2Neue Häuser, belegt von Flüchtlingen
3Drei zerstörte Unterkunftsgebäude für Mannschaften
4Zerstörte Hangars und große Gebäude
5Große Löcher, 2 bis 3 Meter tief (von abgebauten Benzintanks?)
6Großes betoniertes Vorfeld, teilweise abgerissen und teilweise bedeckt mit Trümmern
7Unbeschädigtes betoniertes Gelände
8Zerstörte Wache
9Altes Bauernhaus
10Straße
11Unbeschädigter Zaun, der den ehemaligen Flugplatz umgibt
12, 13, 14Je ein Bauernhaus
15Graben
16Wäldchen
17Schmalspurbahn

Historie

CIA-Bericht vom März 1950

Der Flugplatz Anklam (N 54 / U 99) war unbelegt und unbewacht. Obwohl seit langem unter den Anwohnern gemunkelt wurde, dass der Platz wiederaufgebaut werden soll, wurden keine solche Arbeiten beobachtet.
Bemerkung: Die bisher gemeldeten Gerüchte über den beabsichtigten Wiederaufbau des Platzes sind anscheinend nicht wahr. Der Flugplatz ist von keiner Einheit der Luftstreitkräfte belegt.

CIA-Berich vom Mai 1950 über den Zustand am 09.03.1950

Diese Stadt ist nicht von sowjetischen Truppen besetzt. Der ehemalige Arado-Flugplatz, am süd-südwestlichen Ausgang von ANKLAM, wird nicht genutzt. Ein Teil des Platzes wird bewirtschaftet. Der ehemalige Landeplatz ist intakt und könnte ein- und zweimotorige Kampfflugzeuge beherbergen, wenn das Gelände saniert und Hindernisse beseitigt würden. Es gibt jedoch keine Anzeichen für eine solche Verbesserung.

CIA-Bericht über den Zustand am 27. August 1950

1. Am 27. August 1950 war der Flugplatz Anklam (N 54 / U 99) nicht belegt. Der Platz für wurde jede Woche für mehrere Tage zum Fallschirmspringen verwendet. Zwei Doppeldecker, ein Major und ein Hauptmann mit blaugrünen Schulterklappen, 16 Mannschaften und ... nahmen an der Übung teil. * Alle Fallschirmspringer trugen Sprunganzüge. Je ein Mann sprang von jedem Doppeldecker, die durchschnittliche Zeit des Abstiegs betrug 3 Minuten. Nach der Übung flogen die Offiziere in den Doppeldeckern in Richtung Norden weg und die Mannschaften fuhren auf dem Lastwagen in Richtung Alten-Treptow (N 54 / U 67).
2. Vom Arbeitsamt Anklam wurde in Erfahrung gebracht, dass alle Arbeitslosen des Kreises herangezogen werden sollen, um den Flugplatz zu wiederaufzubauen **
* Anmerkung: Fallschirmsprünge wurden für den 27. Juli 1950 gemeldet, aber sind nicht von anderen Quellen bestätigt worden. ... Es ist nicht bekannt, welcher Einheit die Flugzeuge und Fallschirmspringer zugeordnet sind. Sie könnten zum Flugplatz Peenemünde gehören werden, obwohl der Motor ... in Werneuchen-Strausberg.
** Anmerkung: Ein Wiederaufbau des Flugplatzes wurde nicht durch andere Quellen bestätigt.

CIA-Bericht über den Zeitraum 01. bis 24. September 1950

1. Seit Anfang September 1950 sind keine Fallschirmsprünge über dem Flugplatz Anklam (N 54/U 99) beobachtet worden. * Wiederholt wurde Kunstflug von bis zu sechs Doppeldeckern zwischen dem 1. und 24. September 1950 durchgeführt. Die Flugzeuge kamen aus dem Norden und kehrten in die gleiche Richtung zurück.
2. Der Trümmer von Gebäuden und Hangars wurden vom Landeplatz entfernt und am Rande des Platzes aufgehäuft. Die Bombenkrater auf dem Platz wurden gefüllt. **
* Anmerkungen: Einzelne Fallschirmsprünge wurden vorher von ... berichtet. Es wird nicht geglaubt, dass in Anklam eine Einheit der Luftstreitkräfte ist.
** Anmerkung: Nummer (oder Kein) ... bestätigte diese Arbeiten. Der Platz soll vermutlich bei Manövern der Luftstreitkräfte verwendet werden.

CIA-Bericht März 1951

Bis zum 17. März wurde kein Hinweise auf eine geplante Wiederherstellung des Flugplatzes beobachtet. **
** Anmerkung: Der Flugplatz ist nicht belegt, obwohl der Landeplatz betriebsbereit ist. Bisher wurden keine Berichte aus anderen Quellen erhalten, die darauf hindeuten, dass der Platz von einer Luftwaffeneinheit belegt werden soll.

CIA-Bericht vom 01. Mai 1951

Zwischen dem 26. März und dem 7. April 1951 wurde die täglich von sechs Düsenflugzeugen Luft-Boden-Schießen über dem Flugplatz Anklam (N 54/U 99) durchgeführt. Acht Bodenziele, in Form von viermotorigen Flugzeugen, wurden sichtbar durch weißen Sand markiert. Geübt wurde täglich, außer an Samstagnachmittagen und Sonntagen, ab 8 Uhr bis mittags und von 13:30 bis 18 Uhr. Die Flugzeuge näherten sich von Norden und flogen in die gleiche Richtung ab. *
* Anmerkung: ... Jet-Flugzeuge, vermutlich MiG-15s, werden auch für Luft-Boden-Angriffe verwendet.

CIA-Bericht über den Zeitraum 10. November bis 8. Dezember 1951

Räumung und Aktivität, einschließlich der Beseitigung von Trümmern, wurde auf dem Flugplatz Anklam fortgesetzt. Nach dem 15. November 1951 wurden die bisher stattfindenden Schießübungen nicht mehr beobachtet. Am 15. November 1951 verließ die Luftwaffenabteilung den Platz in Richtung Greifswald. Nach Auskunft eines sowjetischen Soldaten wurden die Schießübungen bis zum Frühjahr 1952 eingestellt.

CIA-Bericht vom Januar 1952

Der Schutt ist noch nicht geräumt und der Flugplatz wird für Schieß- und Bombenübungen verwendet. In einem Bauernhaus am Rande des Flugplatzes gibt es eine Einheit von 25-30 sowjetischen Luftwaffensoldaten, die dafür verantwortlich sind, die Kanonen- und Bombenziele zu platzieren. Flugzeuge aus Peenemünde und Neubrandenburg nehmen an den Übungen teil, die Anfang April begannen.

CIA-Bericht vom Oktober 1959

2. Der Platz wird gelegentlich von Doppeldeckern der DDR-LUFTHANSA bei der Schädlingsbekämpfung und zum Besprühen von Feldern genutzt.
3. Gelegentlich wird auch der Platz auch als Basis für Vergnügungsflüge für die örtliche Bevölkerung genutzt. Flugzeuge landen und starten auf einer Grasbahn. Es gibt keine Radar- oder Funkanlagen auf dem Platz.
4. Am 25. August waren etwa 40 LKWs der ostdeutschen Armee auf dem Flugplatz aufgestellt, die Fahrer erhielten Unterweisungen im Fahren und übten. Dies geschieht häufig.

1960er Jahre

Situation

Flugplatz Anklam auf einer US-Karte 1969 - Hier ist noch die Anschlussbahn dargestellt (Quelle: Earth Sciences and Map Library, University of California, Berkeley)

1980er und frühe 1990er Jahre

Nutzung

Agrarflugplatz und Nutzung durch die Gesellschaft für Sport und Technik. Bei der ehemaligen Nationalen Volksarmee (NVA) hatte der Agrarflugplatz die Nummer A 03-15. Der Flugplatz war außerdem als NVA-Hubschrauberlandeplatz 6006 registriert.

Situation

Anflug von den örtlichen Fluglinien 1982 - (Quelle: Agrarflughandbuch der DDR)
Flugplatzzone 1982 - (Quelle: Agrarflughandbuch der DDR)

Übersicht

Agrarflugplatz Anklam auf einer Karte aus dem Jahr 1982 - (Quelle: Agrarflughandbuch der DDR)

Telefon

PB Anklam 5001-3
Fluggespräche 5092

Fernschreiber

Telex 033336

Luftraum

Flugplatzzone ab 01. März 1982 gemäß 3. Durchführungsbestimmung der Flugordnung der DDR:
Quilow - Murchin - Ducherow - Drewelow - Quilow

Anschlussstrecken VFR

An- und Abflugpunkte: Woserow, Pinnow, kürzester Flugweg nach der örtlichen Fluglinie Nr. 21 (Streckenabschnitt Greifswald - Swinoujscie);
Woserow, Pinnow - Usedom;
An- und Abflugpunkt: Tramstow, kürzester Flugweg nach der örtlichen Fluglinie Nr. 15 (Streckenabschnitt Greifswald - Woldegk);
An- und Abflugpunkte: Woserow, Ducherow, örtliche Fluglinie Nr. 41 (Streckenabschnitt Usedom - Woldegk).

Heute

Nutzung

Allgemeine Luftfahrt.
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