Eilenburg: Flugplatz

Rote Jahne, Rothejane, Mörtitz, Mensdorf

Nur zur geschichtlichen Information, nicht zur Navigation oder zum Fliegen verwenden!
Psychologische Beratung Stuttgart
Koordinaten: N513027 E0124055 (WGS84)
Karte: Google Maps
HNN: 335 ft

Lage Ort

Ehemalige DDR, Bezirk Leipzig;
heute Bundesland Sachsen.
Deutschland im Kalten Krieg

Lage Flugplatz

Der Flugplatz befand sich ca. 5 km nordöstlich von Eilenburg und 2,5 km östlich von Mörtitz.

Im Zweiten Weltkrieg

Nutzung

Flugplatz der Luftwaffe.

Situation

Der Flugplatz Eilenburg als "Mensdorf" im Zweiten Weltkrieg auf einer US-Karte aus dem Jahr 194x - (McMaster University Library Digital Archive, Lizenz: Creative Commons Attribution-NonCommercial 2.5 CC BY-NC 2.5 CA /MULDA/)

Übersicht

Der Flugplatz Eilenburg auf einer US-amerikanischen Karte aus dem Jahre 1951 - Gut ersichtlich ist der ehemalige Eisenbahnanschluss von der Strecke Bad Düben - Eilenburg. Die Gleisführung ist auf Satellitenbildern teilweise noch als Schatten zu erkennen (Courtesy Harold B. Lee Library, Brigham Young University /BYU/)

Im Kalten Krieg

Nutzung

Zu DDR-Zeiten wurde er vom Ministerium für Staatssicherheit (MfS, Stasi) betrieben. Hier befand sich die Fallschirmspringerausbildung des Sportclubs Dynamo, weshalb dieser Flugplatz trotz seines militärischen Charakters und der damit verbundenen Geheimhaltung öfter in der DDR-Presse erwähnt wurde. In den 1980er Jahren war außerdem eine IL-14 aus NVA-Beständen abgestellt, die offenbar dem Anti-Terror-Training diente. Seit der Wende ist der Platz geschlossen und wurde vielfältig genutzt, so zum Beispiel als Startgelände für Modell-Raketen. Heute befindet sich auf dem Areal ein Solarpark.

1940er Jahre

Nutzung

Berichte der CIA
Sommer 1949
Der ehemalige Flugplatz MOERTITZ (N 52/E 43) war am 2. August 1949 nicht mehr als Flugplatz erkennbar. Das gesamte Landefeld wurde für Ackerbau genutzt.
Kommentar: Der Bericht bestätigt Beobachtungen von ... und zeigt, dass auf dem ehemaligen Flugplatz keine Arbeiten zur Wiederherstellung durchgeführt werden.
Quelle: /CIA RDP82-00457R003400520001-0/
Herbst 1949
Auf dem gesamten Flugplatz östlich des Bahnhofs MOERTITZ (N 52/E 43) wurde Getreide angebaut. Nur eine kurze Beton-Rollbahn und die Trümmer der abgetragenen Hangars waren zu sehen.
Kommentar: Die Informationen über den Zustand des Flugplatzes MOERTITZ wurden durch einen Bericht vom 2. August 1949 bestätigt. Es wurden keine Anzeichen für eine Wiederinstandsetzung am Flugplatz beobachtet.
Quelle: /CIA RDP82-00457R003500050015-6/

1970er Jahre

Weitere Infos

Eventuell sollte der Flugplatz Eilenburg zur Stationierung von Kampfhubschraubern genutzt werden. Im Protokoll der Sitzung des Nationalen Verteidigungsrates vom 30.11.1973 ist zu lesen:
"Wichtige Bauinvestionsmaßnahmen: Schaffung der Voraussetzungen zur Dislozierung der neu aufzustellenden Hubschraubergeschwader-3 und 5 in den Räumen EILENBURG und BASEPOHL ... Neubau von Flugplätzen für die aufzustellenden Hubschraubergeschwader der Landstreitkräfte in den Räumen EILENBURG und BASEPOHL" (Quelle: Bundesarchiv)

1980er und frühe 1990er Jahre

Übersicht

1: Hangar
2: Landescheinwerfer (Flutlicht)
3: Flugleitung
4: Videokamera
5: Kaserne
6: Objekt (Zweck unbekannt)
7: Wachturm

Start- und Landebahnen

  • 07/25: 800m x 38,5m Bitumen
  • 10/28: 600m x 40m Gras
  • 17/35: 600m x 40m Gras

Funkfeuer

  • NFF 25: 1069 "JL", 1000 m zur Schwelle 25
  • NFF 07: 1069 "LJ", 1000 m zur Schwelle 07
Wie im Warschauer Pakt üblich waren die Kennungen der Funkfeuer aus dem ersten und letzten Buchstaben des Funkrufzeichens abgeleitet, hier JOURNAL. Für die Nebenlanderichtung 07 waren sie zu LJ vertauscht.

Flugfunk

Das Rufzeichen war JOURNAL.

Bilder

Bilder aus dem Jahr 1994
Einfahrt
Bunker
Wachturm und Hangar
Hangar. Die Abstellfläche vor dem Hangar konnte mit Toren abgesperrt werden.
Abstellplatz
Abgerissene Flugleitung
Scheinwerfer vor dem Beginn der Start- und Landebahn.

Heute

Nutzung

Geschlossen. Das Gelände wird als Solarpark genutzt.

Links

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