Kamenz: Flugplatz

Nur zur geschichtlichen Information, nicht zur Navigation oder zum Fliegen verwenden!
Koordinaten: N511747 E0140739 (WGS84)
Karte: Google Maps
HNN: 150,8 m
Location Indicator: ETKA (ca. 1985..1990), EDCM (2000)
Flugplatz-Nummer: 2126

Lage Ort

Ehemalige DDR: Bezirk Dresden;
Heute: Bundesland / Freistaat Sachsen.

Lage Flugplatz

3 km nordöstlich vom Stadtzentrum Kamenz.

Im Zweiten Weltkrieg

Nutzung

Fliegerhorst der Luftwaffe.

Situation

Der Flugplatz Kamenz im Zweiten Weltkrieg auf einer US-Karte aus dem Jahr 1944 - (McMaster University Library Digital Archive, Lizenz: Creative Commons Attribution-NonCommercial 2.5 CC BY-NC 2.5 CA /MULDA/)

Übersicht

Der Flugplatz Kamenz auf einer US-amerikanischen Karte aus dem Jahre 1952 - (AMS M841 GSGS 4414, Courtesy Harold B. Lee Library, Brigham Young University /BYU/)

Im Kalten Krieg

Nutzung im Kalten Krieg

Flugplatz der NVA. Der Platz hatte die Nummer 2126. Kamenz wurde auch von der Gesellschaft für Sport und Technik (GST) mitgenutzt.

Situation

Der Flugplatz Kamenz auf einer Karte des US-Verteidigungsministeriums aus dem Jahr 1972 - (ONC E-2 (1972), Perry-Castañeda Library Map Collection, University of Texas at Austin /PCL MC/)

Übersicht

Der Flugplatz Kamenz auf einer Karte im "Verzeichnis 012" der ehemaligen NVA aus der Wendezeit (ehemals "Geheime Verschlußsache") - Handgezeichnete Karten waren im Ostblock durchaus üblich. Zu erkennen ist die Lage nordöstlich von Kamenz. Der Flugplatz hat eine Start- und Landebahn aus Beton, eine parallele Graspiste und Rollwege. Auch dieser Platz hat einen Eisenbahnanschluss. Nordöstlich ist das Nahfunkfeuer eingezeichnet.
Startbahn und Rollwege zum Start und nach der Landung - ebenfalls aus dem Verzeichnis 012 - Rollwege wurden im Warschauer Pakt mit Nummern bezeichnet. Erkennbar ist auch die ungewöhnliche Anordnung des Rollwegs 4, der von der Stirnseite der Startbahn weiterführt.

Start- und Landebahnen

Angaben für das Jahr 1990:
  • 03/21: 1100 m x 25 m Beton
  • 03/21: 1100 m x 65 m Gras nordwestlich parallel zur Betonbahn

Befeuerung

In Landerichtung 213° waren die Leuchten der Einflugschneise bis 700m entfaltet. Die Rollbahnen waren nicht befeuert.

Funkfeuer

Angaben für das Jahr 1990:
  • FFF 21: 413,0 "KZ", 3590 m
  • NFF 21: 840,0 "K", 1450 m
Die Kennungen wurden aus dem ersten und letzten Buchstaben des Funkrufzeichens abgeleitet, hier KONSTANZ.
Im Anflugsektor 160-200 Grad (Raum Vetschau - Cottbus) Peilabweichungen bis +/- 10 Grad. Auf Landekurs 213 Grad Peilabweichungen bis + 7 Grad. (1990)
In den 1980er Jahren wurde das Fernfunkfeuer Kamenz auch als Navigationshilfe für den Anflug auf den Flughafen Dresden Klotzsche genutzt. Das war insofern bemerkenswert, als in der DDR sonst die Daten von militärischen Funkfeuern der Geheimhaltung unterlagen.

Flugfunk

Das Rufzeichen des Flugplatzes war KONSTANZ. Der Flugleiter KONSTANZ-START, auf 126,5 und 124,0 MHz.
Wie bei einigen anderen sekundären NVA-Flugplätzen hatte auch Kamenz mit KONSTANZ ein Funkrufzeichen, das den ersten und letzten Buchstaben des Ortsnamens trug.

Telefon

Ehemaliges Sondernetz/Stabsnetz S1 der DDR:
TAS-45: ü 9829-88, Tarnname "Werkbank";
Führungspunkt TAS-45: Tarnname "Jungaktivist"

Standardflugstrecken

1990 gab es die Standardflugstrecken 920, 922, 923, 924, 925 und 926

Einheiten

Einheiten 1990:
Transportfliegerausbildungsstaffel 45 (TAS-45),
Fliegertechnisches Bataillon 45 (FTB-45),
Flugzeugreparaturwerkstatt 24 (FRW-24).

Einrichtungen

Eisenbahnanschluss aus Richtung Bernbruch zum südlichen Teil des Flugplatzes.

Heute

Nutzung heute

Allgemeine Luftfahrt.

Literatur

  • Ries, Karl; Dierich, Wolfgang: "Fliegerhorste und Einsatzhäfen der Luftwaffe" Motorbuch Verlag Stuttgart, 1993 - Allierte Karte

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