Oranienburg: Flugplatz

Аэродром Ораниенбург (ГДР)

Nur zur geschichtlichen Information, nicht zur Navigation oder zum Fliegen verwenden!
Koordinaten: N524346 E0131250 (WGS84)
Karte: Google Maps
HNN: 35 m

Lage Ort

Ehemalige DDR, Bezirk Potsdam;
heute Bundesland Brandenburg.
Deutschland im Kalten Krieg

Im Zweiten Weltkrieg

Nutzung bis 1945

Werksflugplatz der Fa. Heinkel.

Im Kalten Krieg

Nutzung

Sowjetischer Militärflugplatz für Bomber, Transportflieger, später Hubschrauber.

1950er Jahre

Übersicht

US-Skizze 1955 - Quelle: /CIA 1955/

Historie

Die Informationen aus dem Jahr 1955 stammen aus einem Geheimdienstbericht, den die CIA im Jahre 2009 freigegeben hatte, siehe Link auf das National Security Archive unten /CIA 1955/. Der Bericht besteht aus 13 Punkten sowie 6 Anmerkungen. Die Punkte wurden hier in chronologische Reihenfolge gebracht. Einzelne Passagen des Textes, der gesamte Unterpunkt 6 und die gesamte Anmerkung 3 sind zensiert. Im Text wird auch eine Anmerkung 7 referenziert, diese scheint aber bereits im Original zu fehlen.
  • 21.07.1955 Zehn Il-28 oder U-Il-28 parkten auf dem Platz. Es waren nur teilweise Beobachtungen möglich. Einzelne Il-28 machten örtliche Flüge.
  • 21.07. - 01.08.1955 Zwischen dem 21.07. und dem 01.08. wurden keine Veränderungen in der Belegung der Weißen Stadt beobachtet. Renovierungsarbeiten waren im Gange am ersten südlichen Treppenhaus von Gebäude Nr. 1. Die Büros von Oberstleutnant Borodulkin (Vorname unbekannt) und Major Ilyoyuk (Vorname unbekannt) waren im oberen Stockwerk dieses Treppenhauses. Das nördliche Treppenhaus von Gebäude Nr. 1, das bisher weibliche Angestellte beherbergt hatte, wird ebenfalls renoviert. Die weiblichen Angestellten wurden ins nächste Treppenhaus verlegt und das freigewordene Treppenhaus wurde als Schulungsraum für technisches Personal genutzt. Das Erdgeschoss, das zuvor Küche und Essensäle umfasste, wurde ebenfalls für einen unbekannten Zweck renoviert. Die drei nördlichen Treppenhäuser von Gebäude Nr. 1 waren auch in Sanierung. Dort war die Einrichtung einer zweiten Schule für russische Kinder vorgesehen. Nach der Renovierung war Gebäude Nr. 17 geplant zur die Aufnahme von Angehörigen von Offizieren.
  • 22. und 25.07.1955 Es gab Flugbetrieb mit Il-28 oder U-Il-28. Geübt wurde der Formationsflug mit drei Flugzeugen und in Staffeln. Einige Flüge in nordöstliche Richtung wurden beobachtet. The Flugzeuge kehrten drei Stunden später zurück.
  • 23.07.1955 Vom Muhrgraben ca. 500 nördöstlich von Leegebruch wurde eine Flak-Stellung beobachtet. Sie ist ausgestattet mit vier Flugabwehrkanonen und zahlreichen Zelten.
  • Anmerkung: Bisher wurde angenommen, dass zwei Batterien mit 37-mm-Flugabwehrkanonen für die Flugabwehr dieser Einrichtung eingesetzt sind. Das ist das erste Mal, dass die Existenz von 85-mm-Kanonen gemeldet wurde.
  • 25.07. bis 01.08.1955 Es wird eingeschätzt, dass ca. 42 Il-28 oder U-Il-28 auf dem Flugplatz abgestellt sind. ... (Teile zensiert) ... Einzelne Il-28 machten örtliche Flüge.
  • 25./26.07.1955 Die folgenden Beobachtungen wurden am 25. und 26. Juli an der Suchschweinwerfer-Postion gemacht: Die Stellung befand sich ca. 100 westlich der kleinen Siedlung, nördlich von Vogelweide und zwischen Zeisigstraße und Bachstelzenstraße. Elf Flächen wurden am provisorischen Gebäude dieser Scheinwerferposition errichtet. Ein Scheinwerfer mit einem Durchmesser von ca. 1,5 bis 1,8 m und bedeckt mit einer Plane wurde ca. 30 m südlich des provisorischen Gebäudes gesehen. Zwei kleine lieferwagenähnliche LKWs für Ausrüstung ... (zensiert) ... wurden ca. 50 m südöstlich und ca. 30 m westlich des provisorischen Gebäudes gesehen. Ein Mannschaftswagen ... (zensiert) ... parkte in dem Gebiet. Fünf Masten, 10 bis 12 m hoch und befestigt mit Abspanndraht befanden sich ca. 80 m nordöstlich des provisorischen Gebäudes.
  • Anmerkung: Die Fünfmast-Funkstation in der Nähe der Suchscheinwerfer-Stellung ist ein Peiler PKV 45.
  • 25.07.1955 Aushubarbeiten für die neue Truppenunterkunft auf der Leegebrucher Seite des Oranienburger Flugplatzes begannen am 25.07.
  • 29.07.1955 Es wurden 43 Il-28 oder U-Il-28 auf der Abstellfläche gezählt.
  • Flugzeug-Boxen gab es nahe des Hangars und entlang des Rollwegs, der zum Hangar führt.
  • 01.08.1955 Il-28 ... (zensiert) ... parkten vor Hangar Nr. 3. Diese Flugzeuge hatten vertikale blau-graue Streifen an der Rudereinheit..
  • 01.08.1955 Am 1. August standen ca. 20 Zelte ca. 80 m nordöstlich der im Bau befindlichen Truppenunterkunft. Sechs mit Planen bedeckte Flugabwehrkanonen wurden in einer Aushöhlung beobachtet, ca. 60 ... (unleserlich), ca. 50 Meter östlich der Zelte. Die Bedienmannschaften der Kanonen trugen rotumrandete schwarze Schulterstücke mit Artillerieabzeichen und sie errichteten Munitionslager aus runden Holzstämmen. Oberstleutnant Filiapov (Vorname unbekannt) war für die Leitung der Bauarbeiten verantwortlich.
  • Die Scheinwerferstellung befand sich ca. 80 m westlich der kleinen SIedlung ... (zensiert weil unleserlich) ... Eine weitere, 6 m hohe Stabantenne wurde ca. 80 m nördlich der ersten Antenne gesehen. 6 bis 8 Abspanndrähte führen in einer Höhe von 3 bis 4 Metern zu Pfahlkonstruktionen, die 3 bis 4 Meter hoch sind. Die Schweinwerferstellung ist mit einem Eindraht-Zaun eingezäunt, der ungefähr 60 bis 80 cm hoch ist. Verantwortlich für die Scheinwerferstellung ist Major Ilyeyuk (Vorname nicht bekannt). Von Major Ilyoyuk kam die Information, dass zwei weitere provisorische Gebäude an zwei weiteren Scheinwerfer-Stellungen errichtet werden sollen. Die Örtlichkeit der geplanten Projekte ist unbekannt.
  • 02.08.1955 Zwischen 2045 und 2200 starteten zwei Formationen mit 6 Il-28. Es wurde nicht beobachtet, dass diese Flugzeuge zurückkehrten.
  • 02. bis 15.08.1955 Zwischen dem 02. und 15. August wurden keine Veränderungen in der Belegung des Sperrgebiets Weisse Stadt beobachtet. Es wurden nur Wechsel innerhalb des Sperrgebiets gemacht. An drei Treppenhäusern des Gebäudes Nr. 2 waren Renovierungsarbeiten im Gang. Das Gebäude Nr. 2 war zuvor belegt von 150 Bodenpersonalen, die schwarzumrandete blaue Schulterstücke hatten und die nun in das Gebäude Nr. 9 verlegt wurden. Das letzte Treppenhaus von Gebäude Nr. 2 ist noch mit ca. 50 Mann belegt, die in das Treppenhaus Nr. 1 wechseln sollen, sobald es fertig gestellt sein wird. Nach der Renovierung von Gebäude Nr. 2 ist die Renovierung von Nr. 17 geplant. Arbeiter, die bei den Renovierungen in der Weißen Stadt beteiligt sind, glauben dass diese Arbeiten ungefähr Ende 1955 abgeschlossen sein werden.
  • Major Koslov (Name teilweise unleserlich) (Vorname nicht bekannt) war im oberen Stockwerk des 4. nördlichen Treppenhauses von Gebäude Nr. 5 untergebracht. Seine Büros sind im Erdgeschoss des ersten südlichen Treppenhauses von Gebäude Nr. 1.
  • Am 1. oder 2. August wurde im Erdgeschoss und oberen Stockwerk des ersten südlichen Treppenhauses von Gebäude Nr. 7 ein Hospital eingerichtet.
  • ... (Anfang zensiert) ... eine Wohnung im oberen Stockwerk des ersten südlichen Treppenhauses von Gebäude Nr. 15 wurde eingeplant, um in naher Zukunft einen General unterzubringen.
  • Die Mauern der vier südlichen Treppenhäuser von Gebäude Nr. 11 wurden abgerissen. Es ist geplant, dort eine zweite Schule für russische Kinder einzurichten.
  • (Die zugehörige Anmerkung 3 ist zensiert.)
  • 03.08.1955 Zwischen 2115 und 2200 starteten drei Formationen mit 6 Il-28 und eine Formation mit 3 Il-28. Eine Rückkehr wurde nicht beobachtet.
  • 04., 08. und 09.08.1955 Am 04., 08. und 09.08.1955 war ein lieferwagen-ähnlicher LKW ... () ...mit Stabantenne ca. 70 m südwestlich des Bahnhofs Eden geparkt. Die Stabantenne war 8 Meter hoch und hatte mehrere Verankerungen. An den genannten Tagen war das Geräusch eines laufenden Motors zu hören.
  • (Die hier referenzierte Anmerkung 7 scheint bereits im Original zu fehlen)
  • 04. und 09.08.1955 Am 04. und 09. August konnten sechs mit Segeltuch bedeckte Flugabwehrkanonen und 19 Zelte in der Flakstellung auf der Leegebrucher Seite des Flugplatzes Oranienburg beobachtet werden.
  • 08.08.1955 Ungefähr 36 Il-28 order U-Il-28 waren auf dem Flugplatz Oranienburg geparkt.
  • 13.08.1955 Für die neue Truppenunterkunft auf der Leegebrucher Seite(?) des Flugplatzes wurden die Aushubarbeiten abgeschlossen und die Maurerarbeiten begannen. Die Arbeiten waren wegen fehlender Stromversorgung unterbrochen.
  • (Die zugehörige Anmerkung 2 ist größtenteils zensiert)
  • 15.08.1955 Auf dem Flugplatz wurden insgesamt 42 Il-28 oder U-Il-28 ...(zensiert) ... gezählt.
  • Anmerkung 1: Der Flugplatz Oranienburg ist noch immer mit einem Bomber-Regiment und einem vermutlichen Aufklärungsregiment belegt. Beide sind mit insgesamt ca. 42 Il-28 ausgerüstet.
  • 1959 Oranienburg hätte im Falle eines Krieges die Priorität 95 als Ziel für US-Angriffe mit Atombomben auf die Flugplätze des Ostblocks (einschließlich Sowjetunion und China). Innerhalb Ostdeutschlands lag er damit zu diesem Zeitpunkt an dritter Stelle nach Groß Dölln (Priorität 70) und Werneuchen (Priorität 82). Quelle: //Targets 1959//
  • 22.06.1961 Der sowjetische Fluglotse beim Berlin Air Safety Center (BASC) protestiert gegen eine US-amerikanische C-47, die den Flugplatz Oranienburg in 100 m überflogen und Flüge beeinträchtigt hat. Er verlangt die Abstellung. Die US-Mission stellt nach einer Untersuchung fest, dass die C-47 die Viermächte-Sicherheitsregeln nicht verletzt hat und informiert die Sowjets entsprechend. Quelle: //CIA Berlin 1961-06//

1970er Jahre

Situation

Der Flugplatz Oranienburg auf einer Karte des US-Verteidigungsministeriums aus dem Jahr 1972 - (ONC E-2 (1972), Perry-Castañeda Library Map Collection, University of Texas at Austin /PCL MC/)

1980er und frühe 1990er Jahre

Start- und Landebahnen

Angaben für das Jahr 1990:
  • 16/34: 2500 m Beton

Funkfeuer

Angaben für das Jahr 1990:
  • FFF 16: 589 "HL"
  • NFF 16: 286 "H"

Flugfunk

Das Funkrufzeichen des Flugplatzes war ZADAR (ЗАДАР).

Einheiten

1990: 239 GwOVP (Mi-6, Mi-8, Mi-24)

Einrichtungen

Der Flugplatz hatte einen Gleisanschluss aus Richtung Nordwesten.
Flugabwehrraketenstellung bei Vehlefanz, ca. 6 km west-südwestlich.

Historie

  • 1988 Mehrere Sichtungen von Mi-17 HIP H auf den sowjetischen Flugplätzen Stendal (3. Stoßarmee) und Parchim (2. Garde-Panzer-Armee) deuten darauf hin, dass diese Regimenter diese neueste HIP-Variante eines Angriffshubschraubers in ihren Bestand aufnehmen. Durch Vergleich der Bordnummern wurde festgestellt, dass einige dieser Hubschrauber vom sowjetischen Flugplatz Oranienburg stammen, der bisher einzigen Basis mit HIP H. Quelle: //USMLM 1988//

Heute

Nutzung heute

Geschlossen. Die ehemalige Start- und Landebahn wurde mit der Bundesstraße B96 überbaut. Das Flugplatzgelände dient als Industriegebiet und Solarpark.

Videos

Quellen

  • /USMLM 1988/:
    United States Military Liaison Mission: "Unit History 1988"

Links

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