Lahr: Flugplatz

Base aérienne 139, Canadian Forces Base CFB Lahr, Langenwinkel

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Die Geschichte der Flugplätze im Kalten Krieg: Lahr
von Bert Kondruß
Koordinaten: N482210 E0074940 (WGS84) Google Maps
HNN: 511 ft
Location Indicator: EDFA (-1967), EDAN (1968-), EDTL
Betreiber: FAF, DND/RCAF/CF

Lage Ort

Bundesland Baden-Württemberg.
Deutschland im Kalten Krieg
Karte

Kaiserreich bis 1918

Nutzung

Luftschiffhalle.

Im Kalten Krieg

Französischer Militärflugplatz

Nutzung

Bis zum Anfang der 1950er Jahre wurde von den französischen Streitkräften bei Lahr ein kleiner Flugplatz betrieben. Dieser wurde dann zu einer NATO-Basis ausgebaut.

Situation

Karte französischer Flugplatz Lahr 1953
Der alte französische Flugplatz Lahr im Zustand vor dem Ausbau auf einer Karte von 1953 - Unmittelbar im Süden führt die Straße nach Langenwinkel sowie die Kleinbahn nach Kehl vorbei. Bei Flugbetrieb kann der Straßenverkehr mit einer Ampel angehalten werden (AMS M841 GSGS 4414, Courtesy Harold B. Lee Library, Brigham Young University /BYU/)

NATO-Flugplatz der französischen Luftstreitkräfte

Planung und Bau

Anfang der 1950er Jahre beginnen Planungen der Franzosen zum Bau bzw. Ausbau von Flugplätzen in der Rheinebene.
Am 30. November 1951 wendet sich das Badische Ministerium der Finanzen an das Bundeskanzleramt und bittet darum, bei den Alliierten nachdrücklich für die Aufhebung des Flugplatz-Projekts Lahr einzutreten:
  • Die badische Regierung erhielt über das franzöische Landeskommissariat eine Karte mit dem zweiten Flugplatzprojekt in Baden im Landkreis Lahr. Vorgesehen ist das Gebiet Langenwinkel - Hugsweier - Schuttern - Kürzell, in einer Länge von 3,7 km und einer durchschnittlichen Breite von 1,6 km, ca. 600 ha.
  • Das Gelände besteht zu einem Fünftel aus hochwertigem Laubwald (Eiche und Esche) und zu vier Fünfteln aus Äckern und Wiesen (Kulturen). Auf dem Ackerland vornehmlich Tabackanbau, ist die Existenzgrundlage der Bevölkerung.
  • Von gleicher Wichtigkeit: Obstanbau, etwa 100 kleinbäuerliche Betriebe müssten ihre Existenz aufgeben, weitere würden stark beeinträchtig werden
  • Die Gemarkung Hugsweier würde von Gemarkungsteilen abgeschnitten werden und ihren der Holzversorgung dienenden Wald verlieren.
  • Die Stadt Lahr kann sich nur nach Westen ausdehnen, das Gelände bei Dinglingen wird für Industrie benötigt. Der projektierte Flugplatz würde die Fortentwicklung der Stadt zunichte machen.
  • Das vorgesehene Gelände wird auf 1,7 km von der Bundesstraße 36 durchschnitten, eine Umgehungsstraße würde erhebliche Kosten verursachen.
  • Der Platz berührt die Trasse der geplanten 220-kV-Leitung Eichstetten-Karlsruhe. Außerdem müsste die bestehende 110-kV-Leitung zwischen Schutterzell und Nonnweiler mit Kosten von 700.000 DM verlegt werden.
  • Die Rheinebene ist in den Landkreisen Lahr und Offenburg noch nicht hochwasserfrei. Der Grundwasserspiegel ist nur 1 m tiefer, daher sind für Vorflutbeschaffung und Hochwasserschutz erhebliche Arbeiten notwendig.
  • Falls die Besatzungstruppen auf einem Flugplatz im Raum Lahr bestehen sollten, so wird ein Standort östlich Wittenweier-Nonnenweier, westlich Kippenheimweiler, im Einzugsgebiet der oberen Unditz vorgeschlagen. Es besteht aus 2/3 Wald und 1/3 landwirtschaftlich genutzten Flächen. Es sollten dann vornehmlich die Waldflächen für den Flugplatz-Bau herangezogen werden.
  • Eine weitere Alternative wäre das Gebiet östlich von Schutter, südlich der Straße Schutterwald-Höfen-Dundenheim und nördlich der Straße Niederschopfheim-Ichenheim. Es besteht zu 1/5 aus Wald und zu 4/5 aus Landwirtschaftsflächen.
Quelle: Landesarchiv Baden-Württemberg
Karte mit dem geplanten Flugplatz Lahr und Alternativstandorten 1951
Die drei von der Badischen Landesregierung genannten mögliche Standorte für den neuen bzw. ausgebauten Flugplatz Lahr Anfang der 1950er Jahre - Blau der realisierte Platz, rot sind zwei Alternativstandorte. Türkis ist die Lage der zu dieser Zeit vorhandenen Start- und Landebahn. Zur Orientierung ist die erst später erbaute Autobahn A5 gelb gekennzeichnet. Quelle: /LABW 5-124626-121/ mit Ergänzungen

Nutzung

Flugplatz der französischen Luftwaffe (Armée de l’air) als Base aérienne 139. Die Ortskennung war bis 1967/68 EDFA.

Situation

Karte Flugplatz Lahr / Base aérienne 139 Lahr 1953
Flugplatz Lahr auf einer Karte 1953 - Ausgewiesen ist ein Funkfeuer (R Bn) und ein Peiler (DF)
Französischer Militärflugplatz Base aérienne 139 Lahr auf einer Karte 1956
Der französische Militärflugplatz Base aérienne 139 Lahr auf einer Karte aus dem Jahr 1956 - Der Platz verfügt über ein Leuchtfeuer (Sterrn-Symbol) sowie über einen UKW-Peiler (Viereck mit "V" darunter). Etwas südwestlich steht ein ungerichtetes Funkfeuer, über das die Luftstraße RED SEVEN zum Funkfeuer Rottweil verläuft. Das weiter nordöstlich aufgeführte Funkfeuer Herrenburg muss vermutlich korrekt Herrenberg heißen. Lahr ist von einer Kontrollzone umgeben (gestrichelter Kreis). Für den Berg Hornisgrinde im Schwarzwald ist ein UKW-Peiler ausgewiesen, das ist die Station FORENO ROUGE der französischen FORENO-Kette. FORENO ist eine Kurzform für Forêt-Noire, die französische Bezeichnung für Schwarzwald.
Flugplatz Lahr 1963
Lahr im Jahr 1963 - Inzwischen gibt es ein weiteres Funkfeuer Lahr mit der Kennung LH, ungefähr 12 km nordöstlich des Platzes. Es steht jedoch nicht in der Verlängerung der Landebahn, sondern um ca. 10° nach Südosten versetzt.

Befeuerung

Der Flugplatz hatte ein Flugplatzfeuer mit der Morsekennung L.

1967 bis 1994: Royal Canadian Air Force, Canadian Forces

Nutzung

Flugplatz der kanadischen Luftwaffe (Royal Canadian Air Force RCAF) bzw. später der Kanadischen Streitkräfte (Canadian Forces CF). Ab 1968 war die Ortskennung EDAN.

Situation

Karte mit Flugplatz Lahr 1972
Der Flugplatz Lahr auf einer Karte des US-Verteidigungsministeriums aus dem Jahr 1972 - Gut erkennbar ist die Lage in der Oberrheinischen Tiefebene sowie die Nähe zur französischen Grenze.

Übersicht

Karte Flugplatz Lahr mit Startbahn und Rollwegen
Lahr im Jahr 1984

Funkfeuer

Angaben für das Jahr 1990:
  • TACAN: CH39 "LHR", am Platz
  • NDB: 450 "LHR", am Platz
  • ILS

Radar

ASR/PAR (1990)

Bilder

Übung Reforger '83

US Air Force F-15 Eagle 7 TFS auf dem Flugplatz Lahr
Flugzeuge F-15 Eagle der 7th Tactical Fighter Squadron der US Air Force werden auf dem Flugplatz Lahr zum Start vorbereitet - (21.09.1983) Quelle: DoD, Scene Camera Operator TSGT Jose Lopez

Übung Cornet Phaser 1987

Die nachfolgenden Bilder entstanden im Mai 1987 während der Übung CORNET PHASER. Die 58th und die 60th Tactical Fighter Squadron der US Air Force haben im Rahmen der Übung von der Eglin Air Force Base Florida nach Lahr verlegt. Das Programm CORNET PHASER überprüft die Fähigkeit von in den USA stationierten Einheiten, nach Europa zu verlegen und hier zu handeln.
Quelle: DoD, Scene Camera Operator SSGT Fernando Serna
Zweisprachige Schilder auf der Basis, Englisch und Französisch
Die Schilder auf der Basis sind zweisprachig, in Englisch und Französisch
Flugzeug F-15 Eagle der 58 TFS im Anflug auf den Flugplatz Lahr
Ein Flugzeug F-15 Eagle der 58th Tactical Fighter Squadron (58 TFS) im Anflug zur Landung - Im Hintergrund die Klosterkirche Schuttern
F-15 der 58 TFS USAF for einem Shelter in Lahr
Eine F-15 der 58 TFS wird vor einem Shelter zum Start vorbereitet - Im Hintergrund ist ein Antennenfeld zu sehen.
F-15 der 60th Tactical Fighter Squadron auf Flugplatz Lahr in Shelter
Eine F-15 der 60th Tactical Fighter Squadron wird in ihren Shelter zurückgezogen
Eine F-15 der USAF auf dem Flugplatz Lahr
Eine F-15 der 60 TFS wird in ihren Shelter zurückgezogen
Flugzeug F-15 der 58th Tactical Fighter Squadron auf Flugplatz Lahr in Shelter
Ein Teamchef der 58th Aircraft Maintenance Unit putzt das Kabinendach einer F-15C Eagle der 58 TFS
Flugplatz Lahr mit Flugzeug F-15 der 60 TFS der USAF
Eine F-15 Eagle der 60 TFS rollt aus dem mittleren Shelter-Bereich
Flugzeug F-15 Eagle der 60 TFS beim Start in Lahr
Eine F-15 der 60 TFS beim Start
33rd Equipment Maintenance Squadron
Ein Offizier der 33rd Equipment Maintenance Squadron in Schutzkleidung hilft dem Piloten beim Aussteigen während einer ABC-Übung
Dekontaminierung Flugzeug F-15 der US Air Force in Lahr
Während einer ABC-Übung dekontaminiert ein Mitglied der 33rd Equipment Maintenance Squadron eine F-15 Eagle der 58th TFS mit Seifenlauge
ABC-Übung mit Dekontaminierung einer F-15 Eagle der 58 TFS auf der CFB Lahr
Während einer ABC-Übung dekontaminieren Soldaten der 33rd Equipment Maintenance Squadron eine F-15 Eagle der 58th TFS mit Seifenlauge
Dekontaminierung eines Flugzeugs F-15 Eagle auf der CFB Lahr
Nach einem simulierten Angriff mit Chemiewaffen dekontaminiert ein Mitglied der 33rd Equipment Maintenance Squadron eine F-15C Eagle
Integrated Combat Turnaround am Flugplatz Lahr
Ein Teamchef der 58th Aircraft Maintenance Unit weist ein Flugzeug F-15 Eagle für einen Integrated Combat Turnaround ein
Flugzeug F-15 wird für einen Integrated Combat Turnaround in Shelter gezogen
Mit Hilfe einer Winde wird diese F-15 für einen Integrated Combat Turnaround in den Shelter gezogen
Flugabwehr-Raketensystem Blowpipe in Bereitschaft am Flugplatz Lahr
Zwei Soldaten der kanadischen 129th Anti-Aircraft Defense Battery in ABC-Schutzkleidung sind mit einer Flugabwehrrakete Blowpipe am Rande der Basis in Bereitschaft.
CFB Lahr: Flugabwehr-Raketensystem Blowpipe
Flugabwehr-Raketensystem Blowpipe
Flugplatz Lahr: 40-mm Flugabwehrkanone L40/60 Boffin der 129th Anti-Aircraft Defense Battery
Zwei Soldaten der kanadischen 129th Anti-Aircraft Defense Battery haben am Rande der Basis eine 40-mm Flugabwehrkanone L40/60 Boffin besetzt. Im Hintergrund die Klosterkirche Schuttern

Heute

Nutzung

Regionalflughafen

Bildquellen

Flugplätze in der Umgebung

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